Hygiene

Serviceverpackungen unterschiedlicher Materialien haben sich in der Vergangenheit in der Gastronomie und auf vielen Veranstaltungen bewährt. Sie gewährleisten Hygiene, Sicherheit und eine gute Handhabbarkeit der abgegebenen Waren.

Wer entscheiden muss, ob Einweg- oder Mehrwegverpackungen eingesetzt werden, muss eine objektive Gesambetrachtung vornehmen. Dabei dürfen vor allem gesundheitliche Aspekte im Sinne eines praktizierten Verbraucherschutzes nicht vernachlässigt werden. Im Außer-Haus-Bereich sind die hygienischen und logistischen Bedingungen für den Einsatz von Mehrweg oft nicht gegeben.

Die Frage, ob Mehrweg oder Einweg zum Einsatz kommen soll, lässt sich von den Unternehmen und Veranstaltern nur im Einzelfall treffen.

Hygienedefizite bei Veranstaltungen

Vielfach ist die Versorgung mit Trinkwasser für Mehrweggeschirr nicht möglich, etwa bei Vereinsfesten, die in der Natur stattfinden. Dies gilt auch für Stadtgebiete, in denen kein Anschluss an Wasser- und Abwasserleitungen möglich ist. In solchen Fällen sollte auf eine Nutzung mit Einweggeschirr bestanden werden.

Wo geeignete Übergabestellen der Wasserversorgungsunternehmen bereit stehen, gibt es immer wieder erhebliche Probleme mit der Wasserqualität. Beispiel: Gemäß § 4 der Trinkwasser-Verordnung von Nordrhein-Westfalen muss das Spülwasser den Anforderungen für Trinkwasser aus öffentlichen Versorgungsanlagen entsprechen. Vielfach entsprechen Proben nicht der Trinkwasserverordnung. Kontrollen an der Übergabestelle und am Zapfhahn finden häufig nicht statt.

Bakterien vermehren sich besonders bei warmen Temperaturen rasend schnell. Sie können aus rohem Fleisch, Eiern, anderen Lebensmitteln oder menschlichen Verunreinigungen stammen. Beim Abwaschen von Geschirr oder Abwischen von Arbeitsflächen werden die Keime weiter verbreitet – und dies in der eigentlich guten Reinigungsabsicht. Folglich sind Putz- und Spüllappen sowie verunreinigtes Spülwasser ein Tummelplatz für Bakterien, Hefe- und Schimmelpilze. Sie können mit 100 Millionen Keimen pro 10 ml besiedelt sein. Zum Vergleich: Trinkwasser darf nur einen coliformen Keim auf 100 ml enthalten. Während die Öffentlichkeit also bereits bei geringsten Verunreinigungen des Leitungswassers die Volksgesundheit bedroht sieht, werden Hygienebedingungen auf Festen und Veranstaltungen eher lax gehandhabt.

Wo die Reinheit des Spülwassers nicht garantiert werden kann, bietet Einweggeschirr eine sichere Alternative.

Exkurs: häufige Krankheitserreger

E_coli
Escherichia Coli

Um festzustellen, ob sich Keime im Spülwasser befinden, greift man auf die Erfassung von coliformen Keimen zurück, meist auf das Bakterium Escherichia Coli. E-Coli ist ein harmloser Bewohner des menschlichen Darmes; seine Anwesenheit im Trinkwasser ist nicht gefährlich, aber unappetitlich. Da es undurchführbar wäre, die Proben einer Wasserkontrolle auf sämtliche denkbare Krankheitserreger zu untersuchen, nutzt man Escherichia coli als Indikator. Wird Escherichia coli im Wasser entdeckt, ist äußerst wahrscheinlich, dass sich weitere Keime darin befinden.

Salmonelle
Salmonellen

Jährlich werden in Deutschland mehr als 100.000 Fälle von Salmonellose registriert. Die Krankheit entwickelt sich frühestens sechs, spätestens 72 Stunden nach Aufnahme des Erregers. Sie äußert sich in Magenkrämpfen, heftigem Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen und Fieber. Die Patienten müssen in der Regel mit Antibiotika behandelt werden. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch infizierte Eier, Geflügel und einige andere Lebensmittel. Gelangen Salmonellen beim Abwischen der Arbeitsfläche durch die Lappen in das warme Spülwasser vermehren sie sich innerhalb kürzester Zeit explosionsartig. Das durch das verkeimte Spülwasser infizierte Mehrweggeschirr wird so zur Übertragungsquelle.

Campylobacter
Campylobacter

In Deutschland sind Campylobacter nach Salmonellen die zweithäufigsten bakteriellen Erreger von Magen- und Darmerkrankungen. Campylobacter-Infektionen haben eine offensichtlich zunehmende Tendenz; in einigen Bundesländern kommen sie inzwischen häufiger vor als bei den Salmonellen-Infektionen. Mehrweggeschirr kann durch verunreinigtes Trinkwasser kontaminiert werden. Eine weitere Infektionsquelle sind wie schon zuvor im Fall der Salmonellen die Verunreinigung des Spülwassers durch Lappen, mit denen zuvor verseuchte Arbeitsflächen gereinigt wurden. Übertragungsweg sind vor allem rohes Geflügel und nicht pasteurisierte Milch.