Exkurs: häufige Krankheitserreger
Escherichia Coli
Um festzustellen, ob sich Keime im Spülwasser befinden, greift man auf die Erfassung von coliformen Keimen zurück, meist auf das Bakterium Escherichia Coli. E-Coli ist ein harmloser Bewohner des menschlichen Darmes; seine Anwesenheit im Trinkwasser ist nicht gefährlich, aber unappetitlich. Da es undurchführbar wäre, die Proben einer Wasserkontrolle auf sämtliche denkbare Krankheitserreger zu untersuchen, nutzt man Escherichia coli als Indikator. Wird Escherichia coli im Wasser entdeckt, ist äußerst wahrscheinlich, dass sich weitere Keime darin befinden.

Salmonellen
Jährlich werden in Deutschland mehr als 100.000 Fälle von Salmonellose registriert. Die Krankheit entwickelt sich frühestens sechs, spätestens 72 Stunden nach Aufnahme des Erregers. Sie äußert sich in Magenkrämpfen, heftigem Durchfall, Erbrechen, Kopfschmerzen und Fieber. Die Patienten müssen in der Regel mit Antibiotika behandelt werden. Die Übertragung auf den Menschen erfolgt durch infizierte Eier, Geflügel und einige andere Lebensmittel. Gelangen Salmonellen beim Abwischen der Arbeitsfläche durch die Lappen in das warme Spülwasser vermehren sie sich innerhalb kürzester Zeit explosionsartig. Das durch das verkeimte Spülwasser infizierte Mehrweggeschirr wird so zur Übertragungsquelle.

Campylobacter
In Deutschland sind Campylobacter nach Salmonellen die zweithäufigsten bakteriellen Erreger von Magen- und Darmerkrankungen. Campylobacter-Infektionen haben eine offensichtlich zunehmende Tendenz; in einigen Bundesländern kommen sie inzwischen häufiger vor als bei den Salmonellen-Infektionen. Mehrweggeschirr kann durch verunreinigtes Trinkwasser kontaminiert werden. Eine weitere Infektionsquelle sind wie schon zuvor im Fall der Salmonellen die Verunreinigung des Spülwassers durch Lappen, mit denen zuvor verseuchte Arbeitsflächen gereinigt wurden. Übertragungsweg sind vor allem rohes Geflügel und nicht pasteurisierte Milch.